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Projekt zu Bertolt Brecht

2012

   





Bertolt-Brecht-Realschule Augsburg?

 

Chronologie der Namenssuche 2001/2002

 

21./22. September 2001 Pädagogisches Wochenende in Dillingen (ALP):
Thema u.a. „Ein neues Außenbild für die R I“
(Erstellung einer Homepage, Suche nach einem geeigneten
Schulnamen ...)
   
bis 26. Oktober 2001   Preisausschreiben
Sammlung der Vorschläge von Schülern/-innen,
Erziehungsberechtigten, Lehrkräften
   
06. Dezember 2001 3. Sitzung der Lehrerkonferenz:
87,5% für „Bert-Brecht-Realschule Augsburg“
   
15. Januar 2002  Schulforums- und Elternbeiratssitzung:
Schüler- und Elternvertreter unterstützen einstimmig
diesen Vorschlag
   
16. Januar 2002 Antrag an den Sachaufwandsträger:
Die Stadt Augsburg möge gemäß BayEUG Art. 29 zustimmen, dass die Staatliche Realschule für
Knaben Augsburg I den Schulträger (KM) er-
suchen kann, ihr die Bezeichnung „Bert-Brecht-
Realschule Augsburg“ zu verleihen
   
12. Juni 2002  Zustimmung der Bertolt-Brecht-Erben zum
Antrag der R I mit der Bitte den vollständigen
Vornamen zu verwenden
(Frau B. Brecht-Schall):
Bertolt-Brecht-Realschule Augsburg
   
18. Juni 2002  Bildungsausschuss des Augsburger Stadtrats
befürwortet den Antrag einstimmig
   
08. Juli 2002  Antrag an den Schulträger
(Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und
Kultus)
   
01. August 2002 Frau Staatsministerin Hohlmeier verleiht der R I den
Schulnamen „Bertolt-Brecht-Realschule“ 
   
10. Februar 2003 Brechts 105. Geburtstag (offizielle
Namensverleihungsfeier)
J.Fritzsch RSR

Vorschläge zur Namenssuche

Der Name sollte...

  • ... zur Schule passen (Innenstadt, Sekundarstufe I)
  • ... einen Bezug zu Augsburg haben (ein bekannter Sohn/eine bekannte Tochter der Stadt)
  • ... von der Persönlichkeit her „Gegenstand“ des Unterrichts werden können (z. B. in D, Mu, Ku, E, G, M, ...)
  • ... „interessant“ sein (Biographie, Werk). Dabei muss man sich an der Person durchaus reiben können/dürfen
  • ... „abbildbar“ sein (Schullogo, Briefkopf, Schülerzeitung, Jahresbericht, Fassade usw.)

Aus den eingegangenen 28 Namensvorschlägen erscheinen uns folgende...

 
  • ... geeignet:
Bert-Brecht-Realschule 5 Nennungen
  Augustus-Realschule 3 Nennungen
  Walter-Oehmichen-Realschule 3 Nennungen
  Friedrich-List-Realschule 1 Nennung
     
  • ... eher weniger geeignet:
Clemens/Georg-Haindl-Realschule 2 Nennungen
  Willy-Messerschmitt-Realschule 2 Nennungen
  Walter-Brecht-Realschule 1 Nennung
  Friedrich-von-Hessing Realschule 1 Nennung
     
  • ... weniger geeignet:
Beethoven 7 Nennungen
  Heinrich Braun 1 Nennung
  Droste-Hülshoff 1 Nennung
  A. Dürer 1 Nennung
  Max Gutmann 1 Nennung
  Humboldt 1 Nennung
  Schaezler 1 Nennung
  Fritz Wendel 1 Nennung
  Konrad Zuse 1 Nennung
     
  • ... ungeeignet:
Hans Breuer  
  Elias Holl  
  Realschule am Kö  
  Mozart  
  Roy Black  
  Einstein  
  A. Schweitzer  
  W. v. Siemens  
  Simpsons  
  Völkstraßenschule  
  Zirbelschule  



 

 

Biographisches zu

Bertolt Brecht 1898 - 1956

 

10. Februar 1898

in Augsburg geboren (Eltern: Sophie und Berthold Brecht)

ab 1908

Besuch des Augsburger Realgymnasiums (heute Peutinger-Gymnasium)

1913/14

erste literarische Versuche in der selbst herausgegebenen Schülerzeitung „Die Ernte“, darunter der Einakter „Die Bibel“

1914/15

Nach Beginn des I. Weltkrieges erste Veröffentlichungen in Augsburger Zeitungen meist unter dem Namen Berthold Eugen

1917

Kriegsnotabitur, Studium in München (Medizin, Germanistik)

1918

„Baal“, sein erstes größeres Drama entsteht,

Dienst als Sanitätssoldat in einem Augsburger Reservelazarett

1919

Geburt des Sohnes Frank in Kimratshofen (Mutter ist „Bi“ Banholzer), „Die Hochzeit“ und andere Einakter entstehen, Brecht schreibt Theaterkritiken für den Augsburger „Volkswillen“

1922

Uraufführung von „Trommeln in der Nacht“ in München, Brecht erhält dafür den Kleist-Preis, Heirat mit Marianne Zoff

1923

Uraufführung von „Im Dickicht der Städte“, Geburt der Tochter Hanne

1924

Übersiedlung nach Berlin, Geburt des Sohnes Stefan (Mutter ist die Schauspielerin Helene Weigel)

1928

Uraufführung der „Dreigroschenoper“ im Theater am Schiffbauerdamm (Musik Kurt Weill), einer der größten Theatererfolge während der Zeit der Weimarer Republik

1927

Veröffentlichung der Gedichtssammlung „Bertolt Brechts Hauspostille“

1929

Nach der Scheidung von Marianne Zoff 1927 heiratet Brecht Helene Weigel

1930

„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ und „Die Maßnahme“ werden uraufgeführt, Geburt der Tochter Barbara, Nazi-Horden stören immer wieder Brechts Theateraufführungen

1932

„Geschichten vom Herrn Keuner“, Verbot des Films „Kuhle Wampe“ (Drehbuch: Brecht) durch die Zensurbehörde wegen angeblicher Gefährdung der „öffentlichen Sicherheit und Ordnung“

1933

Polizei unterbricht eine Aufführung von „Die Maßnahme“, Veranstalter werden wegen Hochverrats angeklagt. Vier Wochen nach der Ernennung A. Hitlers zum Reichskanzler und einen Tag nach dem Reichstagsbrand flieht Brecht mit seiner Familie am 28.02.1933 nach Prag und später über Zürich nach Paris. Seine Bücher werden von den Nazis verbrannt, seine Werke verboten.

16 lange Jahre verbringt Brecht als Flüchtling gezwungenermaßen in der Emigration: 1. Station ist Dänemark (Svendborg auf Fünen, Skovbostrand 8) bis 1939.

Uraufführung von „Die sieben Todsünden“ in Paris

1934

„Dreigroschenroman“

1935

Ausbürgerung durch das nationalsozialistische Deutschland

1936

Uraufführung von „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“ in Kopenhagen

1938

Uraufführung von „Furcht und Elend des dritten Reichs“ in Paris,

Entstehung von „Leben des Galilei“

1939

„Svendborger Gedichte“ erscheinen, Übersiedlung nach Schweden (Lidingö bei Stockholm)

1940

Übersiedlung nach Helsinki (Finnland) und Marlebäck, Entstehung von „Herr Puntila und sein Knecht Matti“

1941

Uraufführung von „Mutter Courage und ihre Kinder“ in Zürich, im Mai erhält Brecht Einreisevisa in die USA und reist mit seiner Familie über Moskau und Wladiwostok  nach Santa Monica (Kalifornien), Brecht schreibt erfolglos eine Reihe von Filmtexten

1942

Nach dem Kriegseintritt der USA wird Brecht als „Enemy Alien“ als feindlicher Ausländer registriert und vom FBI überwacht

1943

Uraufführung von „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Leben des Galilei“ in Zürich und des Films „Hangman also die“ (Regie Fritz Lang) in Hollywood, dessen Konzept Brecht miterstellte

1947

Am 30. Oktober steht Brecht in Washington vor dem Kongressausschuss für „unamerikanische Betätigungen“. In dem Verhör geht es um einen möglichen kommunistischen Einfluss Brechts auf die amerikanische Filmindustrie. Es endet ohne Anklage. Am nächsten Tag verlässt Brecht die USA, fliegt nach Paris und reist anschließend weiter in die Schweiz.

1947/48

Brecht wohnt in Feldmeilen bei Zürich und inszeniert die „Antigone des Sophokles“ in Zürich und Chur; im Oktober 1948 reist Brecht über Prag nach Ostberlin

1949

Brecht inszeniert am Deutschen Theater die „Courage“ und „Herr Puntila“. Gründung des „Berliner Ensembles“ unter der Leitung von Helen Weigel; kurzzeitige Rückkehr Brechts nach Zürich, um eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, aber die Genehmigung wird abgelehnt. In der DDR erhält Brecht einen „Deutschen Personalausweis für Staatenlose“

1950

Erfolgreiche Gastspielreise des Berliner Ensembles (BE) in der Bundesrepublik Deutschland, Anfeindungen durch rechte Politiker und Medien, die das BE als „Sendboten des Kommunismus“ diffamieren,

in der DDR wird Brechts „Kriegsfibel“ als nicht linientreu und zu pazifistisch vom „Kulturellen Beirat“ abgelehnt,

Brecht kritisiert den zunehmenden Einfluss von SED-Funktionären auf die Künste;

er wird während der Arbeiten für die Salzburger Festspiele österreichischer Staatsbürger

1951

Uraufführung von „Das Verhör des Lukullus“ (Musik Paul Dessau) nach Auseinandersetzungen mit der Staats- und Parteiführung der DDR

1953

Brechts Haltung zum Arbeiteraufstand (17. Juni): Die SED habe schwerwiegende Fehler gemacht, für ihn waren trotzdem ihre „historischen Errungenschaften“ wichtiger; ironische Brechung des Erlebten im Gedicht „Die Lösung“

14. August 1956

Brecht stirbt nach längerer Krankheit in seiner Ostberliner Wohnung und wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt

 J. Fritzsch